80er Jahre: Missionarische Arbeit mit Weltblick - Teil 2

Die ersten Missionare

Die 80er Jahre waren geprägt von vielen Evangelisationen im Raum Lage und Bielefeld, bei denen nicht nur Fremde zum Glauben fanden, sondern auch viele Gemeindekinder den entscheidenden Schritt im Glauben mit Jesus wagten. In dieser Zeit wurden auch fast alle heute noch tätigen Missionare der Gemeinde in alle Welt ausgesandt: John R. und Maria Klassen ins Münsterland 1980, Rudi und Anni Wiens in die Radiomission in 1982, Heinrich und Ruth Janzen nach Brasilien in 1983, Renate Müller als Kindermissionarin in Lippe in 1986, Uschi Bartel nach Kolumbien in 1987 und Georg und Rita Münch nach Dülmen / Münsterland in 1987. Über zwei missionarische Projekte ganz besonderer Art müssen wir nun auch berichten. Sie entstanden vor der eigenen Haustür hier in Lippe sowie im Münsterland.

Neulandmission

Der missionarische Blick der MBG Lage beschränkte sich nicht nur auf die Umgebung von Lage oder auf die entfernteren Länder der Welt. Zunehmend rückten die „unerreichten“ Gebiete der Bundesrepublik in ihren Blickwinkel. 1977 zogen einige junge Familien nach Beckum im Münsterland. Im Laufe der Jahre machte der Herr diesen Teil Deutschlands zum besonderen Anliegen der Gemeinde. Der Arbeit in Beckum folgten Stationen in Borken (1980), Bocholt (1982) und Warendorf (1985). 1982 enstand die erste Evangelische Freikirche in Borkenwirthe. Im Jahre 1985 führte die Gemeinde in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden in Deutschland (AMBD) den ersten großangelegten Sommereinsatz in Bocholt, Dülmen und Warendorf durch. Aus einem Gemeindeprotokoll von damals geht hervor, worum es dabei ging:

1. Die missionarische Durchdringung des Münsterlandes;

2. Die Gründung bibeltreuer Gemeinden;

3. Praktische missionarische Ausbildung für Einsatz-Teilnehmer.

Gott hat diesen Mut auch sichtlich belohnt, selbst wenn die Arbeit in Beckum einige Jahre später geschlossen werden musste wegen mangelnder Resonanz auf die treuen Bemühungen. Unter der fähigen Leitung von John R. und Maria Klassen leistete das sogenannte Pioteam Münsterland Gemeindegründungsarbeit. 1987 absolvierten Georg und Rita Münch die Bibelschule Brake und zogen als vollzeitige Gemeindegründer nach Dülmen. Aus dem anfänglichen Hauskreis entstand 1989 eine Freikirche in Dülmen.

Ausländerarbeit

Immer wieder schenkte der Herr im Laufe der Jahre Geschwistern der MBG Lage Kontakt zu ausländischen Mitbürgern. Diese anfangs spontanen Begegnungen schärften den Blick der Gemeinde für die geistliche und materielle Not dieser Menschen, darunter vor allem Asylanten. Die zunächst zaghaften Versuche, sie für das Evangelium von Jesus Christus zu gewinnen wurden belohnt. Einige kamen zum Glauben und ließen sich taufen. Aus der mühsam angefangenen Arbeit entwickelte sich eine ausgedehnte Missionsarbeit, als immer mehr Tamilen aus Sri Lanka als Asylsuchende nach Lage und Umgebung kamen. Im Jahre 1984 berief die Gemeinde John und Karla Das, Absolventen der Bibelschule Brake, diese Ausländerarbeit zu koordinieren.

Familie Das, unterstützt vom sogenannten Ausländer-Evangelistik-Team (heute AET – International Church), besuchte unzählige Ausländer und half ihnen, die ersten Schritte der Integration zu gehen und sie auf passender Art mit dem Evangelium bekannt zu machen. Inzwischen ist aus ihrer Arbeit die International Church in Lemgo, Paderborn und Bielefeld hervorgegangen, die sich den Dienst an ausländischen Mitbürgern als vorrangiges Ziel gesetzt hat. Gott hat diese Arbeit stets bestätigt und ausgedehnt. Daran wird nochmals deutlich: Gott baut seine Gemeinde stets weiter.