90er Jahre: Umbruch, Prüfung und Bewährung

1989 begann Johann Wiebe eine Weiterbildung an der Freien Hochschule für Mission in Korntal bei Stuttgart und schied deshalb aus dem Pastorendienst aus. Es folgte eine pastorenlose Zeit, die von Umbruch und Neuorientierung gekennzeichnet war. Hatte die Gemeinde 1990 den statistischen Höhepunkt von 341 Mitgliedern erreicht, nahm die Zahl nun von Anfang bis Mitte der 90er Jahre stetig ab.

Pastorenwechsel

Nach dem Abschied von Johann Wiebe aus dem Pastorendienst konnte zunächst kein Nachfolger gefunden werden. So wurden Abram Pankratz und Johann Wiens beauftragt, die Gemeinde nebenberuflich zu leiten. 1991 wurde der Schweizer Johannes Stolz als Gemeindepastor berufen, schied jedoch 1992 aus dem Amt wieder aus, weil sich der Gesundheitszustand seiner Frau hier in Deutschland sehr verschlechtert hatte. Sie kehrten zurück nach Kanada.

Im April 1993 wurde Thomas Behnke als vollzeitiger Jugendpastor angestellt. Im Herbst 1993 kamen Jacob und Elfrieda Thielmann aus Kanada dazu. Jacob übernahm die Aufgabe des Gemeindepastors, beendete jedoch vorzeitig seinen Dienst im Jahr 1996 und kehrte nach Kanada zurück.  
Fast zeitgleich verließ auch Thomas Behnke mit Ehefrau die Gemeinde. Eine weitere pastorenlose Zeit folgte.  

Nikolai Wiens, der 1994 in die Gemeindeleitung gewählt worden war, übernahm nun die leitende Verantwortung der Gemeinde.

Abnehmende Mitgliederzahlen

Die Gemeindemitgliederzahl zählte nun im Jahr 1997 noch 270 Mitgliedern. Zu dieser Zeit wurde aus den eigenen Reihen Peter Fröse, der ein Gemeindepraktikum unter Jacob Thielmann begonnen hatte, als halbzeitiger Mitarbeiter in den Predigtdienst berufen. Er blieb im Dienst bis August 1999.

Positive Lichtblicke

Gottes Zusage, daß ER seine Gemeinde baut, blieb in diesen Veränderungen aber weiter bestehen. Die Jugend hatte bereits 1989 mit einer Teehausarbeit im „Bistro Light“ in der Langen Straße begonnen, die fünf Jahre lang von fähigen und kreativen Mitarbeitern organisiert und geleitet wurde. Gott bestätigte diese Arbeit und Menschen fanden dort zum Glauben an Jesus. Auch der Jugendchor blühte auf. Er erarbeitete unter der Leitung von Eugen Müller zwei Musicals und ging 1995 und 1996 im Lipperland und in Mennonitischen Brüdergemeinden in Süddeutschland auf Tournee. Die Resonanz war überall positiv und die Jugendlichen wurden in ihrem Glauben gestärkt.
In der Gemeinde wurden in dieser Zeit auch eine Reihe neuer Kreise ins Leben gerufen, wie z.B. der Seniorenkreis und Singeteams, die die Gesangleitung im Gottesdienst übernahmen. Die verschiedenen Kreise zeugen von einer grundsätzlichen Lebendigkeit des Gemeindelebens und der bestehenden Hoffnung, dass Gott seine Zusage hält und seine Gemeinde baut - auch heute.

Seit 1997 begann die Gemeinde wieder zahlenmäßig zu wachsen, so dass sie Ende des Jahres 2008 350 Mitglieder zählte.