Drei Ströme

Die MBG Lage hat eine wahrlich bewegte Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte. Hier in Lage flossen drei Ströme zusammen, die eine Gemeinde entstehen ließen.

Zunächst waren es deutsche Rückwanderer aus Südamerika, die in den Jahren 1947-1948 nach Paraguay, Uruguay, Argentinien und Brasilien ausgewandert wa-ren. Einige von ihnen fanden in den 60er Jahren den Weg zurück in die Bundesrepublik, brachten dabei auch ihre besonderen Lebenserfahrungen und Gemeindevorstellungen mit. Von Anfang an war die Evangelisation eines der wichtigsten Ziele der entstehenden Gemeinde.
Dann fanden auch “echte Lipper” zum persönlichen Glauben an Jesus und schlossen sich der Gemeinde an. Auch sie brachten ihre persönlichen und kulturellen Vorstellungen mit in die Gemeinde.

Schließlich begann Ende der 60er Jahre die massive Auswanderungswelle der deutschen Bevölkerung aus der damaligen Sowjetunion. Diese Umsiedler, wie sie genannt wurden, kamen auch nach Lage. Viele von ihnen gehörten bereits in ihrer Heimat einer Evangelischen Freikirche an. Sie schlossen sich der Gemeinde an und prägten sie entscheidend mit.

Von nun an würde die junge Freikirche zwei herausfordernde Aufgaben erfüllen müssen: Die Integration verschiedener Prägungen in ein einheitliches Gemeindeleben sowie die Evangelisation. Sie fand auch schnell ihren Platz in der Gemeinschaft der Evangelischen Allianz in Lage. Noch in ihrem Gründungsjahr 1966 beteiligte sich die Gemeinde an der Durchführung einer Zeltevangelisation mit dem Janz-Team in Bielefeld. Vom 1. bis zum 8. Oktober desselben Jahres veranstaltete man eine Bibelwoche mit Dr. John A. Toews in Zusammenarbeit mit der Evangelischfreikirchlichen Gemeinde in Lage (Baptisten).

Die Gemeinde reifte im Glauben und wuchs zahlenmäßig. Im September 1966 wurde das erste Tauffest gefeiert. Sechs Personen ließen sich taufen. Am Ende des Jahres 1967 zählte die Gemeinde bereits 57 Mitglieder.

Anfang 1969 fand in Lage der erste Pastorenwechsel statt. Ge-schwister Vogt kehrten nach drei Jahren intensiven Einsatzes nach Nordamerika zurück. An ihre Stelle berief die Gemeinde John und Mary Klassen aus Kanada.

John N. Klassen

In der Zwischenzeit wuchs die Gemeinde so schnell, dass die Räume im Gasthaus Jägerkrug in Müssen, wo sie sich inzwischen zum Sonntagsgottesdienst versammelte, zu klein wurden. Nach längerem Überlegen entschied die Gemeinde, in Lage selbst ein Gemeindezentrum zu bauen. In der Zwischenzeit stellte die landeskirchliche Gemeinschaft im Gerstkamp und die Evangelischmethodistische Erlöserkirche der Gemeinde ihre Räume zur Verfügung. Vom August 1969 bis zum Oktober 1975 führte die Gemeinde dort ihre Gottesdienste durch.