Gründung der Gemeinde

Das Protokoll der Gemeindestunde vom 9. Januar 1966 bezeugt den ausdrücklichen Willen der 25 anwesenden Glieder zur Gründung einer selbständigen Gemeinde. »Es wurden verschiedene Ämter bestellt« - schreibt Jacob Vogt in einem seiner Briefe aus dieser Zeit. Prediger und Gemeindeleiter wurde Bruder Vogt, der auch die Kinder- und Jugendarbeit übernahm.

Die Gründer der Gemeinde nannten besonders zwei Anliegen, die das Leben der neuen Gemeinde bestimmen sollten: Sammlung der Rückwanderer und Mission. Deshalb wurde beschlossen, monatlich einen Missionsgottesdienst abzuhalten und die Kollekte am ersten Sonntag des Monats für die Aufgaben der Aussenmission zur Verfügung zu stellen. Ganz wichtig erschien den Gründern der Gemeinde auch der Erwerb oder die Errichtung eines eigenen Gemeindehauses. Noch vor der eigentlichen Gemeindegründung wurde der 3. Sonntag im Monat zur Sammlung freiwilliger Gaben für diesen Zweck bestimmt.

Am 1. Mai 1966 fand in der Bibelschule Brake der Gründungsgottesdienst statt. Zur Feier, die im Rahmen eines Missionsfestes stattfand, wurden eine Reihe von Geschwistern aus den benachbarten Freikirchen eingeladen. Die Bibelschullehrer George Jantzen und Benjamin Braun dienten als Festredner. Dieser Gottesdienst wurde zu einem wichtigen Höhepunkt für die weitere Entwicklung der jungen Gemeinde. Jacob Vogt schrieb am 25. Mai 1966 im Antrag zur Aufnahme der Gemeinde in die Konferenz der Mennonitischen Brüdergemeinden in Deutschland: »Die Gemeinde zählte am 1. Mai 1966, am Abschluss der Organisationszeit, 38 Glieder mit 16 Familienhäuptern. Zwölf Glieder aus weiteren zehn Familien gedenken sich der Gemeinde anzuschließen, sobald die angeforderten Mitgliederscheine eingetroffen sind und weitere Einzelheiten geregelt werden können.«

Sporthalle in MüssenDie neue Gemeinde fand zunächst in Müssen ihr Zuhause.