Angedacht 08/2015

#

Eins haben wir alle gemeinsam - wir brauchen Ruhe. So ist unser Leben nun mal angelegt- es besteht aus Zeiten des Erfrischens und aus Zeiten des Ermattens.

Mich überkommt das Gefühl der Mattheit ziemlich zuverlässig fast täglich, wenn ich im Zug aus Bielefeld sitzend in Lage einfahre. Feierabend. Die Pflicht für den Tag erfüllt. Wir alle haben Aufgaben und Verantwortungen im Leben, die uns Energie kosten und die nicht, einmal erfüllt, uns von da an nie wieder belasten. Nichts empfinde ich als stärker ermüdend als Aufgaben, die monoton immer wiederkehrend sind, Aufgaben, die kein unmittelbar sichtbares Resultat hervorbringen und Aufgaben, die scheinbar nie abgeschlossen sind.

Es ist nicht immer nur die körperliche Erschöpfung, die nach einem anstrengenden Tag einsetzt, sondern eben genau diese Erschöpfung, die entsteht, wenn man das Gefühl hat, mit einer Sache nie fertig zu werden, im Leben scheinbar auf der Stelle zu treten oder wenn eine scheinbar unendlich lange Liste von Aufgaben darauf wartet, erledigt zu werden. Den Rest tut dann oft noch unsere Kreativität - sollte sich nur ein Ende abzeichnen - uns fallen schon direkt die nächsten Aufgaben ein, die auch noch erledigt werden müssen.

Genau aus dem Grund brauchen wir auch ab und zu einen Tapetenwechsel. Wir können uns nicht anders helfen, als uns durch einen Urlaub aus dem Umfeld zu entfernen, wo so viele Aufgaben auf uns lauern.

Beim Nachdenken über diese Realität habe ich mich erinnert, dass die größte Sorge menschlichen Lebens, nämlich die Klärung der eigenen Beziehung zum Schöpfer-Gott, den Menschen des Alten Testaments zusätzlich zu den Sorgen des Alltags ebenfalls eine ziemlich ermüdende Angelegenheit gewesen sein musste. So lesen wir in Hebräer 10,1-3:

„Mit seinen Jahr für Jahr dargebrachten und immer wieder gleichen Opfern kann [das Gesetz] die, die vor Gott treten, niemals völlig von ihrer Schuld befreien. Wenn es anders wäre, hätte man dann nicht schon längst aufgehört zu opfern? Denn der Opfernde wäre ja mit einem einzigen Opfer für immer rein, und seine Sünden würden sein Gewissen nicht länger belasten. Tatsache jedoch ist, dass die Menschen durch die Opfer alljährlich wieder neu an ihre Sünden erinnert werden.“

Das heißt also, dass die Menschen des Alten Testaments immer wiederkehrend und nie endend Opfer für die eigene Sünde darbringen mussten.

Wir hingegen dürfen seit dem Kommen Christi, seinem Sterben und seiner Auferstehung wissen, dass das Opfer, welches er an unserer Stelle brachte, endgültig ist. Abschließend. Finito. Basta!

Das muss uns mit Dankbarkeit erfüllen - denn die Last der eigenen Sünde und die Ohnmacht, das eigene Leben in Einklang mit Gott und Seiner Herrlichkeit zu bringen, lässt jede menschliche Sorge lächerlich aussehen.

In Christus dürfen wir voller Dankbarkeit die folgende Wahrheit für uns in Anspruch nehmen:

„Und weil Jesus Christus den Willen Gottes erfüllt und seinen eigenen Leib als Opfer dargebracht hat, sind wir jetzt ein für alle Mal geheiligt. Jeder andere Priester steht Tag für Tag 'am Altar', um seinen Dienst zu verrichten, und bringt unzählige Male die gleichen Opfer dar, die doch niemals imstande sind, Sünden wegzunehmen. Christus dagegen hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, für immer auf den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite gesetzt und wartet seither darauf, dass seine Feinde zum Schemel für seine Füße gemacht werden. Denn mit diesem einen Opfer hat er alle, die sich von ihm heiligen lassen, völlig und für immer von ihrer Schuld befreit.“ Hebräer 10,10-14

 

Voller Dankbarkeit für die Ruhe in Christus,

 

Euer Markus Penner