Angedacht 12/2015

Tannenbaum

„Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobt ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.“

Jes. 49,13

 

Liebe Gemeindebriefleser/-innen,
manche – vor allem kleine Kinder – können in dieser Advents- und Weih- nachtszeit noch über so Vieles staunen und ihre Begeisterung zeigen. Ich erlebe das bei unseren Enkeln, wie sie „hin und weg“ sind, wenn sie etwas begeistert. Uns Erwachsenen ist das Staunen eher etwas abhanden ge- kommen, aber kleine Rituale zur Advents- und Weihnachtszeit können uns helfen, wieder das Besondere dieser Zeit zu entdecken – nicht die Lich- ter alleine, sondern das Staunen über Gottes Liebe. Wenn es uns gelingt, bei all dem, was es an Schwerem zu verarbeiten gibt, Gottes Tun im Gro- ßen und Kleinen zu entdecken, dann kann es uns auch im Advent wieder gelingen, mit dem Propheten Jesaja zusammen Gott zu loben.

Bei diesem Monatsspruch aus Jesaja‘s sogenanntem „Trostbuch“ fällt mir etwas auf: Nicht Menschen loben hier Gott oder werden dazu aufge- fordert, sondern die ganze Schöpfung Gottes. Als ich das las, musste ich spontan daran denken, dass Jesus einmal bei seinem Einzug in Jerusa- lem gesagt hat, als ihn seine Jünger begeistert lobten und Pharisäer sich darüber ärgerten: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ D. h. wenn Menschen ihn nicht mehr loben, dann wird ihn im- mer noch die gesamte Schöpfung loben. Also lasse ich mich wieder moti- vieren, Jesus Christus zu loben, der als König und HERR gekommen ist und wiederkommen wird. Auch wenn ich ihn noch nicht sehe; loben kann ich ihn trotzdem schon. 

Meine Frau und ich haben früher regelmäßig in der Adventszeit mit unse- ren Kindern gesungen, zumindest sonntags. Habt ihr schon mal mit eu- ren Kindern ausprobiert die Adventszeit durch gemeinsames Gott Loben zu etwas Besonderem zu machen? Später haben sich unsere Kinder sehr gern daran erinnert; manches haben sie für ihre Familien übernommen. Ich brauche immer mal wieder so einen „Schub“, um Gott neu zu loben. Wofür könntest Du ihn loben?

Israel hatte Grund genug dazu; sie fühlten sich nämlich von Gott stark „ge- tröstet“, denn sie mussten durch sehr belastende Zeiten gehen; sie hatten sich oft „elend“ und den äußeren Umständen ausgeliefert gefühlt; und oft durften sie Gottes Hilfe und Eingreifen erleben.

Mir ist es immer wieder ein Bedürfnis, bei allen Herausforderungen im All- tag einfach mal anzuhalten, um nachzudenken und wahrzunehmen, wie sich Jesus gerade um mich kümmert. Wenn ich genau darauf achte, merke ich auch im Alltag, dass Gott da ist – in so vielen kleinen Fügungen begeg- net er mir. Wenn ihr durch die Adventstage geht, dann lasst euch einfach mal wieder überraschen von Jesus, der „unser Licht“ geworden ist – mehr als alle Adventslichter. Ich wünsche euch, dass ihr dann aus Dankbarkeit und Freude das Licht der Liebe Gottes auch an andere weitergebt. Ein freundliches, helfendes Wort, eine Grußkarte mit einem Mut machenden Gotteswort, eine Kerze als Zeichen für Jesu Licht – das alles kann ande- re „trösten“ und denen „die aus dem Elend kommen“ zeigen, welche Kraft vom Glauben an Jesus Christus ausgeht und auch für sie bereitsteht.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gesegnete Advents- und Weih- nachtszeit und innere Freiheit zum „Loben“ und „Jauchzen“, denn wir ha- ben einen lebendigen Gott, der tröstet und sich über jeden erbarmt, der ihn sucht.

Liebe Grüße
Pastor Wilfried Schuster