Angedacht 04/2016

2016 04 00 Titel

„Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ Matth. 27,54

Ahnungslose entdecken, wer Jesus wirklich ist

Liebe Gemeindebriefleser/-innen,in einigen Tagen feiern wir die Auferstehung Jesu – das wird eine große Freude, die wir uns gegenseitig zurufen: „Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden“. Man kann diese Worte sprechen und nachspre- chen. Aber, unsere Freude an Jesus soll mehr als eine Freude über ein historisch begründetes Ereignis sein. Diese Freude an Jesus entsteht, wenn wir IHN erkennen. „Christus erkennen“, davon spricht unser Bibeltext aus Mt. 27,54. Er berichtet uns von einem, der vermutlich völlig unvoreinge- nommen Jesus begegnet. Für den römischen Hauptmann war Jesus zu- nächst nur ein „Aktenvermerk“: Hinrichtung eines Mannes, den die Juden ans Kreuz bringen wollen; verbunden mit einer nebulösen Begründung des Urteilsspruchs durch Pilatus, dem römischen Präfekten. 

Der römische Hauptmann greift nicht selbst in das Hinrichtungsgesche- hen ein – damit will er sich nicht belasten; er beobachtet und kontrolliert, ob alles ordnungsgemäß abläuft. Aber, indem er sieht und hört, wer Jesus ist und was er sagt und wie ER mit Menschen, sogar mit seinen Feinden umgeht und ihnen schließlich vergibt, wird sein Weltbild erschüttert. Er zweifelt, ob dieser „Böse“, den er da hinrichten lässt, wirklich so ist. Als sich dann mit seinem Sterben der Tag in Nacht verwandelt und ein Erdbeben den Ort des Geschehens erschüttert, da „fällt es ihm wie Schuppen von den Augen“. Hätte er in diesem Moment auch noch erfahren, dass der di- cke Vorhang zum Allerheiligsten des Tempels wie von unsichtbarer Hand in zwei Teile zerlegt wurde, er wäre vielleicht noch über seine Aussage hin- aus gegangen: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“. 

Wie kommt der Hauptmann zu einer solchen Einsicht; er war doch ganz ahnungslos? Es wird immer wieder beobachtet, dass Menschen, die vor- her ahnungslos waren, leichter zum Glauben finden als solche, die meinen alles zu wissen und zu kennen. Sie kennen aber nur die Historie und nicht Jesus selbst.

Dem Hauptmann hat es der Heilige Geist offenbart. Auch hat er das Be- obachtete auf sich bezogen und gemerkt, dass Jesu Worte und Verhalten übermenschlich sind. So kommt er zu dem Schluss, dass das nur Gott bzw. Gottes Sohn sein kann, der hier wie ein Verbrecher hingerichtet wird. Wer ist dieser wirklich? Jesus hat einmal seine Jünger gefragt, was die Leute von ihm halten und dann nachgefragt, was sie selbst über ihn denken? Petrus hat dann sein Zeugnis gegeben: „Du bist der Heilige Gottes“ – also der Messias und Christus. Es hat Petrus total verändert.

Und wer ist Jesus für Dich und mich? Wir wollen jetzt nicht gelernte Be- kenntnisse aufsagen, sondern nochmals in uns hören, wovon wir wirklich überzeugt sind: „Was bedeutet Jesus mir und wie wirkt sich das auf mein praktisches Leben aus?“ Ich wünsche Dir, dass es dann nicht beim Festma- chen und Bekennen bleibt, sondern eine lebendige, täglich gelebte Bezie- hung zu Jesus daraus wächst. Bleib nicht bei deinem Bekenntnis stehen, das du einmal über Jesus ausgesprochen hast, sondern erlebe ihn immer mehr als den lebendigen Gott.

Ob der römische Hauptmann später auch den Rest der Geschichte zu hö- ren bekam – von seiner Auferstehung? Vermutlich hat er durch die Wach- mannschaft vor dem Grab von der machtvollen Auferstehung Jesu durch den Einsatz Gottes und den Dienst seiner Engel gehört.

Ich wünsche uns, dass wir nicht nur Ostern feiern, sondern die Macht sei- ner Auferstehung zur Erneuerung unseres Lebens jetzt schon erleben. In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Lesern ein gesegnetes Fest der Auferstehung Jesu und persönliche Erfahrungen mit Jesus Christus.

Liebe GrüßePastor Wilfried Schuster